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19.10.2017: Im Saarland ist der fliegende „Retter“ bislang kaum im Einsatz

Im Saarland steckt die Drohne als Hilfsmittel bei Rettungseinsätzen noch in den Kinderschuhen. Der saarländische Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) besitzt bis dato keinen einzigen der fliegenden Helfer. Und nach Aussage des Leiters des Teams „Aktive Dienste“, Christian Bartha, ist eine Anschaffung vorerst auch nicht vorgesehen: „Die sanitätsdienstlichen Einsatzkräfte müssen sich bei einem Einsatz um die Verletzten, um die Betroffenen kümmern und haben eher keine Zeit für die Drohnensteuerung.“ Was nicht heißt, dass er die Geräte für überflüssig hält.

"Drohnen können ein wichtiges Hilfsmittel sein“, sagt Bartha. Unfälle auf Autobahnen, die sich über eine lange Strecke hinziehen, oder eine großflächige Einsatzlage wie beispielsweise ein Großbrand oder Hochwasser seien mit einer Drohne ideal zu erfassen. Nur sieht er sie im Verantwortungsbereich von Polizei und Feuerwehr, nicht beim DRK.

Beim Technischen Hilfswerk (THW ) sieht es zurzeit noch ähnlich aus – Drohnen? Fehlanzeige. Doch das soll sich bald ändern: „Das THW erarbeitet derzeit die internen Regelungen zum Einsatz der unbemannten  Luftfahrtsysteme“, sagt Steffen Lensing vom Referat „Einsatz“. Bis zum Abschluss der Arbeiten dürften die Geräte jedoch ausschließlich mit einer Einzelerlaubnis oder im Rahmen von Tests abheben.

Die saarländische Polizei ist da schon einen  Schritt  weiter. Beziehungsweise das Spezialeinsatzkommando. Dort werden die Unmanned Aerial Systems (UAS) – wie die unbemannten Drohnen genannt werden – „hauptsächlich in Fällen von Schwerstkriminalität und bei Ein-

sätzen mit terroristischem Hintergrund genutzt“, sagt Polizeihauptkommissar Clemens Gergen. Wie viele Drohnen die saarländische Polizei inzwischen besitzt, will Gergen nicht verraten – aus „einsatztaktischen Gründen“. Auch saarländische Wehren sind mit kleinen Fluggeräten ausgestattet. Wenn auch nur vereinzelt. „Die kann man aber an einer Hand  abzählen“, sagt Dirk Schäfer, Sprecher des saarländischen Feuerwehrverbandes. Dazu zählen beispielsweise die Wehren St. Wendel und Völklingen. Die größte saarländische Wehr, die Berufsfeuerwehr der Landeshauptstadt Saarbrücken, besitzt keine eigene Drohne.

Quelle: SZ

 

 

19. Oktober 2017 10:28 Uhr. Alter: 32 Tage