Anatoli Karpenko

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Familienempowerment und Suchtprävention (FES)

Der DRK-Landesverband Saarland unterstützt unter dem Motto „Integration statt Isolation“ die Eltern von drogen- und alkoholabhängigen sowie suchtgefährdeten Jugendlichen aus Migrantenfamilien.Seit September 2010 führt er im Regionalverband Saarbrücken in Kooperation mit dem „Verein zur Förderung der Integration russischsprachiger Einwanderer im Saarland e.V.“ ein Elternprojekt durch. Das Projekt „FES Familien-Empowerment und Suchtprävention wird vom Bundesministeriums des Innern (BMI) gefördert. Es richtet sich vorrangig an russischsprachige Eltern, die aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion zugewandert sind,

Das Projekt setzt an an der Problematik der Desintegrationserfahrungen (sprachliche Defizite, Angst vor Institutionen, fehlende Kontakte, Isolierung und Verlust der Identität) zugewanderter Eltern im kulturellen Übergang.

Russischsprachige Eltern stammen aus Staaten, in denen die Elternrolle in der Familie und der Gesellschaft (Schule) gänzlich anders verstanden und ausgefüllt wurde.

Auch das Werteverständnis der Eltern wurzelt häufig noch in einer traditionellen Welt, die den Kindern und Jugendlichen zunehmend fremd wird.

Konflikte zwischen desorientierten Eltern und ihren Kindern in der neuen Heimat aufgrund der unterschiedlichen Wertvorstellungen, sprachlichen Kompetenzen etc. sind keine Seltenheit. Die Eltern sind ihrer potenziellen Ressourcen nicht bewusst und bleiben wegen mangelnden Kompetenzen häufig passiv. Sie haben im Gegensatz zu Einheimischen oder anderen Migrantengruppen bisher kaum eigene, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Elternförderungsstrukturen, wie z.B. Elternvereine, Selbsthilfegruppen.

Für die Stärkung der Erziehungskompetenzen der Zielgruppe, Förderung der Partizipation, Stärkung der vorhandenen Ressourcen und Aufbau von selbsttragenden Strukturen (Selbsthilfegruppen) werden über einen Zeitraum von drei Jahren vielfältige Seminare, Workshops und weitere lokale Maßnahmen durchgeführt werden. DozentInnen verschiedener Institutionen

(u.a. russischsprachige) vermitteln theoretische Kenntnisse und berichten aus ihren Praxiserfahrungen, wobei die Inhalte auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten werden.

Die am Projekt teilnehmenden Eltern werden geschult und unterstützt, spezifische Unterstützungsangebote bei Suchtproblemen ihrer Kinder annehmen zu können. Dabei wird der präventive Gesichtspunkt berücksichtigt.

Da die Familie als Sozialisationsinstanz bei den Fragen der Ausbildung, des Berufes und der gesellschaftlichen Integration im Vordergrund steht, werden insbesondere die traditionellen und neuen Erziehungs- und Rollenvorstellungen in Familien thematisiert. Die Kinder bzw. Jugendlichen sollen ihre Eltern als kompetente Helfer und Förderer erfahren, die ihnen wichtige konkrete Hilfestellungen geben oder im Bedarfsfall die Unterstützung professioneller Beratungsdienste in Anspruch nehmen.

Die Stärkung des Selbstwertgefühls und der mitgebrachten Kompetenzen der Eltern soll zu einer stärkeren Beteiligung am gesellschaftlichen Leben führen.

Bewährte Erfahrungen aus der Arbeit bestehender Elternvereine anderer Migrantengruppen werden den betroffenen Eltern vorgestellt und es wird nach Wegen gesucht, die erfolgreichen Praxisbeispiele zu übertragen und für die eigenen Kinder nutzbar zu machen.

Ziel  soll der Aufbau einer Elternselbsthilfegruppe sein, die nach Auslaufen des Projektes weiterhin Anlaufstelle für russischsprachige Eltern von drogen- und suchtgefährdeten Jugendlichen sein soll.