Lilia Bauer
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Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE)
Migrationsberatung für Erwachsene - MBE (bis August 2009 Migrationserstberatung, MEB) bezeichnet eine Form der Sozialberatung für Neuzwanderer.
Damit hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege beauftragt, darunter das DRK.
In Saarbrücken und im Regionalverband Saarbrücken haben diese Aufgabe vier Wohlfahrtsverbände übernommen. AWO, DCV, DRK und DWS haben 2005 eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, welche seitdem erfolgreich in die Praxis umgesetzt wird. Mit der Kooperationsvereinbarung und dem jährlich im Regionalverband Saarbrücken veranstalteten MBE- Fachaustausch bringen die Wohlfahrtsverbände zum Ausdruck, dass die Integration von Zuwanderern eine bedeutende Aufgabe ist und dass die Wohlfahrtsverbände bereit und in der Lage sind, die damit verbundenen Herausforderungen gemeinsam zu erfüllen.
Die Migrationsberatung für Erwachsene setzt so früh wie möglich nach der Einreise ein und zielt darauf, die Neuzuwanderer möglichst schnell in die Lage zu versetzen, ihr Leben in Deutschland eigenständig zu regeln und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.
Dazu beginnt die Migrationsberatung mit einer Clearing-Phase zur Feststellung des Lernbedarfs der deutschen Sprache, zur Feststellung der vorhandenen schulischen/beruflichen Qualifikationen und deren Nutzbarkeit in Deutschland und zur Feststellung der individuell angestrebten Integrationsziele im schulischen, beruflichen, kulturellen, nachbarschaftlichen und Freizeit-Bereich. Die daraus abgeleiteten Integrationsförderpläne sind Grundlage der weiteren Integrationsberatung.
Der MBE-Mitarbeiterin, als Case-Managerin, kommt die Rolle zu, die Probleme der Kunden zu erfassen, Ziele zum Lösen des Problems festzusetzen, Hilfeangebote innerhalb des Unterstützernetzes zu initiieren und diese zu koordinieren.
Die Neuzuwanderer werden über das Angebot der Sprachkursträger in Saarbrücken informiert und an die vom Zuwanderer gewünschte Institution vermittelt. Bei drei Saarbrücker Integrationskursträgern Conte Consulting GmbH, Haus Afrika e.V. und EK Sprachen und Integration werden Teilnehmer und Teilnehmerinnen von der MBE-Mitarbeiterin sozialpädagogisch vom DRK betreut.
Eine weitere wichtige Komponente für eine gelungene Integration ist der Einstieg in das Erwerbsleben. Nicht nur die Qualifikation für eine Arbeit zählt, sondern auch die Art und Weise, wie sich der Bewerber präsentiert. Neben der Sichtung von Stellenangeboten bekommen die Zuwanderer die Möglichkeit, mit Hilfestellung individuelle Bewerbungsmappen zu erstellen.
Die Zusammenarbeit der MBE-Beratungsstellen und ihren Mitarbeiter/innen in Saarbrücken, wie im Saarland generell, wird in einem Netzwerk organisiert, zu dem auch das BAMF, ARGE der Agentur für Arbeit, die Ausländerbehörde, das Landesverwaltungsamt, die Integrationskursträger, das Zuwanderungs- und Integrationsbüro Saarbrücken, die Servicestelle für die Anerkennung ausländischer Qualifikationen, Vereine und Verbände, Initiativen gehören.
Es besteht eine gute Zusammenarbeit mit ortsansässigen Migranten-Selbstorganisationen und Vereinen wie „Miteinander Leben, „Kalinka e.V.“, Deutsche Vereinigung Jugendhilfe und Jugendgerichtshilfe e.V., Litauischer Verein, Russisches Haus e.V., Haus Afrika e.V., Islamische Gemeinde Saarland e.V., DAJC, iaf, u.a..
Laut neuem Konzept der Bundesregierung wird 2011 unter Federführung der Bundesintegrationsbeauftragten das Instrument der Integrationsvereinbarung in einer 18-monatigen Modellphase erprobt. Ziel der Vereinbarung ist es, eine Verbesserung der Integrationsförderung durch eine intensive Kooperation der Akteure auf regionaler Ebene zu schaffen. Die Vereinbarung wird an die MBE bzw. JMD angebunden und individuell auf den Migranten bzw. die Migrantin zugeschnitten sein. Die wichtigste Voraussetzung für das Modellprojekt ist die Kooperation der MBE mit anderen Beratungsdiensten, Institutionen vor Ort .
Neben achtzehn MBE-Orte bundesweit wurde auch Saarbrücken zum Modellstandort gewählt weil dort bereits eine Vernetzung besteht.
Der kollegiale Fachaustausch der Berater/innen der Migrationsarbeit in der Stadt und im Regionalverband Saarbrücken
Am 28. September 2011 fand im Rahmen der Interkulturellen Wochen Saarbrücken das sechste Treffen zum Fachaustausch der Kolleg/innen der Migrationsarbeit im DRK-Beratungszentrum Burbach statt. Dieses Jahr wurde das Thema „Voraussetzungen des Freizügigkeitsrechts und Leistungsanspruch nach SGB II /XII für EU Bürger“ behandelt.Die Veranstaltung war öffentlich und für alle Interessenten zugänglich. Daran nahmen 21 Vertreter/innen aus verschiedenen Verbänden und Institutionen des Saarlandes (Caritasverband für Saarbrücken und Umgebung, Diakonisches Werk an der Saar, AWO, Jobcenter Saarbrücken, Interkultureller Bund, ASB Neunkirchen, ProEhrenamt) teil.
Die Teilnehmer wurden von Wolf B. Emminghaus, Teamleiter Migration und Integration des DRK- LV Saarland und Sprecher des Arbeitskreises Migration und Integration in Saarbrücken freundlich empfangen und begrüßt.
Die MBE-Beraterin des DRK-LV Saarland Lilia Bauer leitete das Thema der Veranstaltung ein. Seit Mai 2011 verfügen EU-Bürgerinnen und EU-Bürger auch aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten über die vollständige Freizügigkeit. Der Datenabruf bei den Einwohnermeldeämtern zeigt kontinuierlich steigende Zuzüge von EU-Bürger/innen nicht nur bundesweit, sondern auch speziell in die Stadt und den Regionalverband Saarbrücken.Deswegen kommt in den Beratungsstellen der Migrationsdienste der Beratung dieser Menschen zunehmende Bedeutung zu. Dabei geht es weniger um Fragen der Aufenthaltssicherung oder Familienzusammenführung, sondern häufig um Fragen hinsichtlich des Zugangs zum Arbeitsmarkt oder des Anspruchs auf Sozialleistungen. Mit dem Fachaustausch haben die Teilnehmer/innen auf diese Nachfrage reagiert und anhand konkreter Fallbeispiele über das Thema zusammen mit den Experten vom Jobcenter und der Ausländerbehörde diskutieren.
Zum kollegialen Fachaustausch wurde Horst-Rigo Knapp, Bereichsleiter Leistungsgewährung Innenstadtteam vom Jobcenter im Regionalverband Saarbrücken und Peter Aulenbacher, Leiter des Sachgebiets 4.2 Ausländerbehörde vom Landesverwaltungsamt eingeladen.
Herr Knapp informierte die Kolleg/innen zum Thema „Aktuelle Probleme bei der Umsetzung des SGB II/ XII-Leistungsanspruch für EU Bürger“. Der Vortrag warf viele Fragen auf, die im Anschluss anhand von konkreten Fällen besprochen wurden.
Herr Aulenbacher erläuterte das Thema „Voraussetzungen des Freizügigkeitsrechts“ und die Bedingungen des Aufenthaltes der EU-Bürger/innen im Bundesgebiet. Es herrschte eine lockere Atmosphäre, die trotzdem sehr fachlich und qualifiziert war.
Die Arbeit setzt sich mit einem Workshop der MBE/JMD Mitarbeiter/innen der Stadt Saarbrücken und den Kolleg/innen vom MIGRA-Team des Jobcenters im Regionalverband Saarbrücken unter der Leitung von Markus Rauber, Migrationsbeauftragter, Koordination- Bereich Migration fort.
Unterzeichnung des Kooperationsvereinbarung Migration beim DRK-Landesverband Saarland
Die Integration von Zuwanderern in Deutschland ist ein aktuelles Thema und zugleich auch ein traditionelles Tätigkeitsfeld der Wohlfahrtsverbände.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer und der Jugendmigrationsdienste haben eine Selbst-Evaluation ihrer fünfjährigen Zusammenarbeit erstellt und diese im Rahmen der u. g. Veranstaltung präsentiert. In den vergangenen fünf Jahren haben die JMD- und MBE-Berater/innen 4.500 Migrantinnen und Migranten beraten und betreut.
Vor diesem Hintergrund und angesichts einiger Änderungen in den Bundes- und Landesprogrammen wurde die Erneuerung der Kooperationsvereinbarung zur Gestaltung der Migrationsberatung in Stadt und Regionalverband Saarbrücken am 27.09.2011 um 14.00 Uhr in den Räumen der Geschäftsstelle des DRK-Landesverbandes Saarland von Frau Birgit Ohliger, Landesgeschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt LV Saarland, Frau Margarete Schäfer-Wolf, Vizepräsidentin vom Deutschen Roten Kreuz LV Saarland, Herrn Johannes Simon, Caritas-Direktor für Saarbrücken und Umgebung e.V. und Herrn Pfarrer Udo Blank, Sprecher der Geschäftsführung DW an der Saar gGmbH feierlich unterzeichnet.
Die unterschriebene Vereinbarung wurde Herrn Armin Klinkner, Regionalkoordinator des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge überreicht.
Am 25. November 2005 wurde von den Geschäftsleitungen der Wohlfahrtsverbände eine Kooperationsvereinbarung über die Durchführung der Migrationsberatung getroffen. Seitdem arbeiten die Wohlfahrtsverbände auf der Basis dieser Vereinbarung zusammen. Diese Zusammenarbeit hat sich bewährt und zu weiteren Kooperationen im Migrationsbereich geführt.










