Sozialberatung in der Landesaufnahmestelle (LASt) Lebach
Soziale Beratung von Flüchtlingen in der Landeaufnahmestelle Lebach.
Flüchtlinge, die im Saarland als Asylbewerber/innen vorläufig aufgenommen sind, werden in der Landesaufnahmestelle (LASt) Lebach untergebracht. Sie befinden sich lange Zeit, bis zur Entscheidung für Ausreise oder Bleiberecht vielfach über mehrere Jahre, in einer „Wartesaalsituation".
Außerdem sind unter den Bewohnern viele geduldete Flüchtlinge, deren Asylverfahren abgeschlossen ist, die aber nicht zurückkehren können.
Diese Flüchtlinge dürfen nicht oder nur nachrangig arbeiten, sind beengt untergebracht und werden institutionell versorgt mit Lebensmitteln und Kleidung. Diese Situation führt leicht zur Lähmung der Eigeninitiative, Apathie und anderen Störungen, die von einer Mitarbeiterin des Internationalen Roten Kreuzes als so genanntes „Abhängigkeitssyndrom“ zusammenfassend beschrieben wurden (von Buchwald 1992).
Für diese Personengruppe gibt es keine staatlichen Integrationshilfen. Die Flüchtlinge müssen sich trotzdem hier orientieren und ihren vielfach belastenden Alltag meistern. Das Rote Kreuz hilft schon seit Jahren durch Betreuungsmaßnahmen und individuelle Beratung im Rahmen von Spezialdiensten und der Allgemeinen Sozialberatung.
Die Flüchtlinge werden in allen persönlichen und sozialen Angelegenheiten beraten und begleitet. Sie erhalten alle erforderlichen Informationen über die soziale, kulturelle und politische Bedingungen in Deutschland. Sie erhalten Orientierungshilfen für den Aufenthalt in der Fremde und erwerben somit interkulturelle Kompetenz.
Bei internen Konflikten, ethnischen Spannungen, Nachbarschafts- und Familienstreitigkeiten in der Sammelunterkunft, auch beim sog. Lagerkoller versucht das DRK auszugleichen und zu schlichten. Das DRK stellt Kontakt her zu allen Behörden, Ärzten vorschulischen und schulischen Einrichtungen. Das DRK hilft im Falle eines Bleiberechtes bei dem Übergang von der LASt in eine Gemeinde z.B. durch Wohnungssuche oder Kontakte zu anderen Beratungsdiensten, wie etwa der Migrationserstberatung (MBE).
Mit diesen Hilfsangeboten verfolgt das DRK das Ziel, Probleme und deren Ursachen zu erkennen und aufzudecken und den Migranten und Migrantinnen bei der Bewältigung der persönlich und gesellschaftlich schwierigen Situation zu unterstützen. Ein wichtiger Ansatz besteht darin, persönliche, institutionelle und materielle Hilfen und Ressourcen zu erschließen. Die Flüchtlinge sollen befähigt werden zur Wahrnehmung ihrer sozialen Rechte. Im Rahmen der „Hilfe zur Selbsthilfe“ werden Kreativität, Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit gefördert.


lv-saarland.drk.de